Dreimonatszeremonie - die hinduistische "Taufe"

 

Sie erinnern sich?

 

 

Am 18. März haben wir Ihnen von der Geburt des Sohnes unseres Buchhalters berichtet.

 

 

 

Etwa drei Monate später an einem "guten Tag" wird es dann Zeit, das Kind willkommen zu heißen.

 

Ähnlich wie bei einer christlichen Taufe, wo der Täufling in die Gemeinschaft seiner Kirche aufgenommen wird, wird auch hier das Kind Teil der Gemeinschaft der Hindus.

 

Darüber hinaus sehen die Hindus die Dreimonatszeremonie als den Zeitpunkt an, in dem das Kind erst wirklich zum Menschen wird. Und ganz wichtig: Zu seinem traditionell balinesisch hinduistischen Nummernnamen erhält es einen eigenen Namen, der hinter den "Nummernnamen" amgehängt wird:

 

 

 Dewa Komang Angga Saputra

 

 

 

Die Zeremonie findet immer im Elternhaus des Kindes statt.

 

 

Sowohl für die Feierlichkeit, an der die Mitglieder der gesamten Großfamilie als eingeladene Gäste und Freunde und Nachbarn aus dem Dorf teilnehmen, als auch für die eigentliche Zeremonie gilt es Vieles vorzubereiten.

 

 

 

Zum Zeichen dafür, dass eine Zeremonie ansteht, muss ein geschmücktes Dach erstellt werden - dies gilt auch für den Fall, dass bereits der gesamte Hof überdacht ist. Ein Altar, an und auf dem die Weiheheandlungen stattfinden muss mit gelben und weißen Tüchern gerüstet werden und auch alle Götterstatuen und Einzelbauten im Familientempel werden mit Tüchern neu "bekleidet".

 

 

 

Vielfältige Opfergaben werden hergerichtet: wichtigstes Opfertier ist das Schwein, Babi Guling. Dazu kommen weitere Opfertiere: Hühner in verschiedenen Wachstumsstadien und Enten. Darüber hinaus braucht man auch Früchte als Opfergaben; eine spezielle Bananensorte beispielsweise wird ausschließlich für die Dreimonatszeremonie angebaut.

 

 

 

Alle Gäste die zur Zeremonie kommen, müssen verpflegt werden. Sie bringen als Geschenke im Normallfall Zucker und Reis mit. Im "Austausch" für diese Gaben bewirtet man sie mit Tee, Kaffee und balinesischem Kuchen.

 

Bei Dewa Komangs Zeremonie gingen zwischendurch die Kuchen aus. Bis neue gebacken waren, mussten die zu dieser Zeit Anwesenden mit Nudeln vorliebnehmen. 

 

Höhepunkt für die Feiernden ist dann das gemeinsame Verspeisen des Schweins vom Spieß (Babi Guling), das mit Reis und Gemüse serviert wird.

 

 

Natürlich braucht man auch Sitzgelegenheiten für alle Besucher - es ist immer eine gewaltige logistische Leistung eine solch Zeremonie pannenfrei über die Bühne zu bringen.

 

 

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